Erfolg ist oft auch die Folge von Geduld und Kontinuität - wie beim Fußball-Kreisligisten TSV Destedt, der die Winterpause auf dem vierten Tabellenplatz verbringt und damit als die Überraschungsmannschaft der Liga gilt.
Seit vier Jahren steht Jens Blume auf der Kommandobrücke des Vereins, sportlich erzielte er nun das beste Ergebnis seit Amtsantritt. "Sicher hatten wir auch glückliche Momente, wie zum Beispiel gegen Salzdahlum, als wir kaum eine Torchance hatten und trotzdem das Siegtor erzielen. Aber der Hauptgrund für die gute Hinrunde ist, dass die Mannschaft an ihre eigenen Stärken glaubt", betont Blume.
Darüber hinaus habe auch der "zweite Anzug" seine Philosophie verstanden und unheimlich aufgeholt. "Bei einem Ausfall stehen mir einfach mehr Alternativen zur Verfügung", ergänzt Blume.
Nun ist jedoch die Winterpause angesagt. Der Ball wird in Destedt aber nicht völlig ruhen, einige Veranstaltungen stehen bereits auf dem Programmplan. "Eine Pause muss sein, um auch mal Abstand vom Fußball zu bekommen, doch so ganz untätig sind wir dann auch nicht. Die Mannschaft organisiert in Eigenregie unser Hallenturnier. Das soll auch die Zusammenarbeit außerhalb des Platzes fördern", sagt der 49-jährige Trainer.
Um sich auf die Restspielzeit einzustimmen und den Kurs auf die Nordharzliga zu halten - der Vorsprung auf den ersten nicht aufstiegsberechtigten Platz liegt immerhin bei zwölf Punkten - steht laut Blume noch der eine oder andere Leckerbissen an: "Wir spielen beim Mura-Cup in Cremlingen mit, wo von der Landesliga bis zur Kreisliga einiges an Hochkarätern zu finden ist. Außerdem bestreiten wir ein Testspiel gegen den MTV Isenbüttel II aus dem Landkreis Gifhorn, um einfach mal über den Tellerrand hinaus zu schauen und zu sehen, was dort fußballerisch geboten wird."
Christopher Pranschke, der zuletzt berufsbedingt zwischen Magdeburg und Cremlingen pendelte, hat seinen Pass beim dortigen SSV 1893 Fermesleben abgegeben. Auch gegen den Zweitplatzierten der Magdeburger Stadtliga soll es noch ein Vorbereitungsspiel geben, verrät Blume.
Eine bittere Pille müssen die Destedter jedoch schlucken: Patrick Langner, mit bislang elf Vorlagen und sechs Toren einer der Leistungsträger des TSV, ist künftig beruflich an Hannover gebunden. "Patricks Weggang schmerzt natürlich. Allerdings eröffnet das den Konkurrenzkampf um den zweiten Platz im Sturm", stellt Blume die positive Nebenwirkung in den Vordergrund.